Sabine, eine junge Frau, die mich in meiner Praxis besucht hat, steht vor der großen Herausforderung, ihre Masterarbeit zu schreiben.
Sie hat hohe Ansprüche an sich selbst und weiß, welchen Umfang sie in welcher Qualität bis zu welchem Datum abliefern möchte.

Doch sie fühlt sich wie gelähmt. Nichts scheint mehr voranzugehen, die Tage verstreichen und sie hat plötzlich so wichtige Dinge zu tun, wie ihre Strumpfhosen zu bügeln. Alles, wirklich alles erscheint dringender, als sich mit ihrer Masterarbeit zu beschäftigen.

Das macht sie nicht ruhiger. Im Gegenteil: die Unruhe in ihr beginnt zu toben und gleichzeitig scheint ihre Handlungsunfähigkeit zuzunehmen. Das Vertrauen in sie selbst verschwindet in dem Maße, in dem ihre Prokrastination steigt.

Was ist passiert? Die große Herausforderung, eine gute Masterarbeit zu erschaffen, hat sie die Macht der kleinen Schritte  völlig vergessen lassen.

In Sabines Fall wären das zum Beispiel:

Literatur sammeln, zum Schreibtisch gehen. Hinsetzen. Das Licht einschalten. Die erste Überschrift schreiben. …

Die Macht der kleinen Schritte ist deshalb so wichtig und wirkungsvoll, weil sie ihr eigenes, (legales ;)) Doping enthält.

Überlege mal für dich, welche Handlungen mit deiner Vision von einem schönen Leben zu tun haben und  LEICHT machbar sind. Dann gib dir das Versprechen, diese auch durchzuführen. So kreierst du Selbstvertrauen. Ganz einfach – ohne Hokuspokus und Zaubertropfen. Die Handlungen sollten tatsächlich so klein und einfach gehalten sein, dass es für deinen Geist machbar ist, deinen Körper zu diesen Handlungen zu bewegen.

Du kannst dir vertrauen, weil du tatsächlich tust, was du dir vornimmst. IN MACHBAREN, KLEINEN SCHRITTEN.

Probiere das auch gerne mal mit unspektakulären Dingen aus:
– trinke regelmäßig ein Glas Wasser
– entspanne 5 Minuten täglich deinen Körper und bringe ihm Dankbarkeit entgegen
– mach dein Bett gleich nach dem Aufstehen
– geh in die frische Luft
– sprich nicht schlecht über jemand anderen
– mach dir vor dem Einschlafen 3 Dinge bewußt, für die du dankbar bist.

Alles, was du dir vornimmst und dann auch einhältst, erhöht dein Vertrauen in dich und läßt dich Selbstwirksamkeit erfahren.

Und wenn du das Gefühl hast, Macht über dich selbst zu besitzen, ist das der Motor, mit dem du einst unvorstellbare Hürden überwinden kannst.

Und noch was: Wenn du dir selbst vertraust, strahlst du unweigerlich aus, dass andere dir vertrauen können. Das ist doch ein schöner Nebeneffekt, findest du auch?